
ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH – Hintergründe
- Wie können uns Menschenrechte schützen, wenn sie selbst Schutz brauchen?
- Wie schaffen wir Räume, in denen wir frei und gleich zusammen leben, wohnen, glauben und lernen können?
- Wie können wir uns zusammentun – und uns gemeinsam für Menschenrechte stark machen?
Um diese Fragen dreht sich die neue Ausstellung ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH, die am 18. April in Bremen eröffnet wird und anschließend durch ganz Deutschland tourt.
In aller Kürze
Die neue Ausstellung ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH macht Menschenrechte greifbar – spielerisch, interaktiv und hoffnungsvoll. Durch innovative Luftkissen-Elemente lernen Besucher:innen Menschenrechte besser kennen, kommen miteinander in den Austausch und erfahren, wie sie selbst aktiv werden können. Die Ausstellung informiert alltagsnah über Menschenrechte, weckt Empathie und zeigt die Bedeutung demokratischer Aushandlungsprozesse.
Grundidee und Ansatz
Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Sie sind fragil, stehen unter Spannung, reagieren empfindlich auf Druck und brauchen den Einsatz von uns allen. Um diesen Grundgedanken greifbar zu machen, setzt die Ausstellung auf Luftkissen als zentrales Element. Ein knapp drei Meter hoher Wellenbrecher markiert beispielsweise den Eingang zur Ausstellung und lädt Besucher:innen zum Innehalten ein: Wie können wir als Gesellschaft stark sein und standhalten, wenn die Wahrung der Menschenrechte droht, fortgespült zu werden?
Menschenrechte begegnen uns in unserem Alltag viel häufiger, als uns bewusst ist. Wir alle profitieren von ihnen, sie sind einer der Grundpfeiler unseres Zusammenlebens. In der Ausstellung werden Menschenrechte nah an die Lebenswelt der Besucher:innen herangeholt: Wie ist die Lage vor unserer eigenen Haustür – und wie können wir uns lokal engagieren, damit Menschenrechte leben?
Thematischer Fokus: Glauben, Wohnen, Lernen
Die Ausstellung nimmt vier Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) in den Fokus: Religionsfreiheit (Art. 18), Wohlfahrt mit Fokus auf Wohnen (Art. 25), Recht auf Bildung (Art. 26) und Grundpflichten (Art. 29). Die Ausstellung lädt Besucher:innen ein, diese Rechte kennenzulernen, an Medienstationen inspirierende Geschichten zu erfahren und sich spielerisch sowie durch Material in “Mitmach-Boxen” zur eigenen Haltung und zu Möglichkeiten des Engagements auszutauschen.
Wohnen
Das Recht auf WOHNEN ist grundlegend für unser aller Wohlbefinden und findet auch außerhalb unserer eigenen vier Wände statt. In der Wohn-Box finden Besucher:innen Informationen zu: Gemeinschaftsgärten, Angeboten für sicheren Wohnraum, Nachbarschaftstreffen, Generationenübergreifendes Wohnen, Mobilitätsangebote und Mietpreis-Beratung. Der Box liegt eine aktualisierte Broschüre der EKD zum Menschenrecht auf Wohnen bei.
Lernen
Nicht nur während unserer Schulzeit LERNEN wir, sondern ein Leben lang. Welche Angebote, Konzepte und Orte es bereits gibt, damit wir uns im Sinne der Menschenrechte frei und gleich entfalten können, erfahren Besucher:innen in der Lern-Box, so zum Beispiel: zukunftsfähige Schulkonzepte, mobile Lernorte, Bibliotheken der Dinge, Radfahr-Kurse für Erwachsene, Geschichtswerkstätten und Volkshochschulen als Orte für lebenslanges Lernen. Der Lernbox liegt der „Flashmob-Fächer“ bei, der insbesondere jungen Menschen Ideen für Interventionen im öffentlichen Raum gibt.
Glauben
Für die Glaubens-Box wurden Menschen mit verschiedenem Glauben, individuellen Überzeugungen und Lebensphilosophien befragt. Besucher:innen finden in der Box Anregungen, um über den eigenen Glauben nachzudenken – anhand von Eindrücken und Gedanken aus jüdischer, muslimischer, jesidischer, agnostischer, christlicher und religionsoffener Perspektive. Der Box liegt eine Broschüre zum biblisch-theologischen Hintergrund der Ausstellung bei.
Alleinstellungsmerkmal: Menschenrechte greifbar machen
Die Ausstellung zeichnet sich durch ihre hohe Interaktivität aus. Um Menschenrechte tatsächlich greifbar zu machen, gibt es eine Vielzahl von Stationen, an denen Besucher:innen Objekte anfassen, bewegen, rotieren können: So braucht es bspw. das Zusammenwirken von vier Menschen, um einen übergroßen Ball aufzupumpen.
Geschichten und Gesichter
An der Audiostation beschreibt Lehrer und Bildungsinfluencer Bob Blume die Fehler und Möglichkeiten unseres Schulsystems, der Sozialaktivist und Autor Dominik Bloh erzählt von seinem früheren Leben ohne Obdach und was ihm zu der Zeit Hoffnung machte und Sabine Dreßler, Oberkirchenrätin der EKD, spricht neben einer Pastorin, einem Rabbiner und einem Imam über das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.
An einer Video-Station können Besucher:innen mit einer Stadtforscherin erkunden, was eine „Stadt für alle” braucht. Eine angehende Rabbinerin und ein Theologe treffen in einem „Reaction-Video in neuer Form” auf junge Glaubende. Und gemeinsam mit zwei Künstlerinnen und Interviewpartnern allen Alters haben wir eine einzigartige Collage kreiert, die der Frage nachgeht, ob und wie wir uns durch Bildung entfalten können.
Ein Plädoyer für mehr ZUSAMMEN
Wie können wir
ZUSAMMEN.LEBEN
ZUSAMMEN.WACHSEN
ZUSAMMEN.AUSHALTEN?
Eine der Antworten der Ausstellung lautet: Wenn wir uns ZUSAMMEN.TUN.
Denn: Nur zusammen sind wir frei und gleich.
Schnelle Fakten
- Die Ausstellung ist ein Projekt der Menschenrechtsinitiative „Frei und Gleich”
der Evangelischen Kirche in Deutschland - Konzeption und Produktion: Die Gesellschaft für eine gute Zukunft, im Auftrag
der EKD - Kuratorin: Miriam Menzel
- Gestaltung / Szenografie: Büro Jolas
- Auftraggeber: Sabine Dreßler und Ansgar Gilster, Referat für Menschenrechte
und Migration, EKD - Größe der Ausstellung: ca. 90 qm
Weitere Informationen:
Pressekontakt: Hannah Kappes | hannah@diegesellschaft.de
Bildmaterial: hier zum Download
Kontakt und Buchung über: ausstellung-freiundgleich@ekd.de